1. Schweizer beim Grand Final der World Triathlon Series in Lausanne

Die besten Weltmeisterschaften EVER!

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Die besten Weltmeisterschaften “ever”! Herausragende Organisation, unglaubliche Fans und DIE härteste Triathlonstrecke der Welt.

Ich habe mich seit über einem Jahr so auf dieses Rennen gefreut und gewusst, dass ich einiges J in Lausanne vor dem heimischen Publikum zeigen kann. So viele Freunde und Bekannte haben den wirklich aussergewöhnlichen Wettkampf gesehen und sich über all diese Top-Athleten gefreut, die einander über die Olympische Distanz herausfordert, gejagt, gelitten und zwei Stunden gegeneinander gekämpft haben. Und von all meinen Leuten die gleiche Frage: Wann können wir wieder ein so aussergewöhnliches Rennen geniessen – WM Lausanne 2019 war ein perfekter Tag für alle Zuschauer mit herrlichem Wetter, einer atemberaubenden Kulisse und den weltbesten Athleten im Triathlon.

Vor dem Wettkampf war ich so was von nervös! Viele Leute unterstützten mich, und ich durfte mich all diesen grossen Namen stellen: Alle „Bösen“ waren am Start, niemand fehlte, es würde härter werden als an den Olympischen Spielen, viel härter! Entsprechend schwierig würde es sein, ein gutes Resultat abzuliefern, das war es, was mich im Vorfeld nervös gemacht hatte. Aber ich war wie immer spätestens auf dem Pontoon wieder ganz ruhig, fokussiert und sehr zuversichtlich – Hopp Schwiiz und, wie immer, „all in“. Oder, was die Velostrecke betrifft, wohl eher „all up, up, up“.

Wie so oft erwischte ich einen optimalen Start ins Rennen: Nach 100m von den 1500m Schwimmen war ich mit Varga und fünf weiteren guten Schwimmern ganz vorne dabei. Nach der ersten Boje war ich auf Platz 3 und wusste erleichtert, dass es für die Spitzengruppe auf dem Velo reichen sollte.

Nach einem sauberen und schnellen Wechsel fand ich mich wie erhofft in der Spitzengruppe wieder, zuerst ein paar Meter flach und dann schon der erste Aufstieg. Wie im letzten Jahr wäre ich bereit gewesen, bei einem Angriff mitzugehen – aber nichts geschah, niemand griff an und alle fuhren mit der gleichen Geschwindigkeit den Hügel hoch. Also versuchte ich, mich ein paar Meter vor die Gruppe zu setzen, in der Hoffnung, mich mit einigen guten Radfahrern von der Gruppe abzusetzen – Aber niemand kam mit mir nach vorne. Logischerweise wollte ich nicht alleine weiterfahren, so nahm ich ein bisschen Tempo raus und hoffte, vorne bald Gesellschaft zu bekommen. Mein Ziel war, die Gruppe zu sprengen, was mir schliesslich gelang. Bei jedem Aufstieg waren besonders viele Leute am Strassenrand, die uns absolut wie wild anfeuerten! Sie machten dermassen Lärm, dass ich mein eigenes Keuchen nicht mehr hörte. Jetzt weiss ich, wie ungefähr es sich anfühlen muss, auf der Alp D’Huez angefeuert zu werden: Gänsehaut und 100 Prozent Adrenalin liessen mich in der Folge alle Hügel hinaufsprinten, danke Leute, dass ihr mich dermassen gepusht habt, alleine hätte ich das nicht geschafft! Viele Athleten mussten abreissen lassen, und nach drei von sieben Runden waren wir nur noch 22. Nicht eine optimale Gruppengrösse, aber wir konnten wenigstens den Abstand auf unsere Verfolger ausbauen, am Schluss waren es über zwei Minuten…

Innerhalb dieser Gruppe hatte es viele gute Läufer, aber mein Training in St. Moritz zeigte Wirkung und mein Laufen ist in letzter Zeit viel besser geworden. Also wollte ich mein Bestes geben und mindestens Top 20 ins Ziel einlaufen. Leider hatte ich etwas Pech in der Wechselzone. Mein Velo fiel aus der Halterung und ich musste zweimal zurück, um es wieder hinzustellen. So verlor ich wertvolle Sekunden und verliess schliesslich als Letzter der Gruppe die Wechselzone. Es fühlte sich aber gut an, die verlorenen Sekunden aufholen zu können. Nach zwei Runden hatte ich die Top 10 im Blickfeld und war so glücklich, einige Athleten hinter mir zu wissen. Auf der dritten Runde dann eine kurze Krise: Ich war in bester Gesellschaft mit Knabl und Van Riel, wir waren gut unterwegs und pushten uns gegenseitig, als ich etwas die Kontrolle und anschliessend leider auch den Anschluss verlor. Ich kämpfte eine halbe Runde, bis ich endlich wieder in meinen Rhythmus fand und mich wieder besser fühlte. Meine zwei Begleiter waren aber schon vorne weggezogen Richtung Top 10.

Ich war aber nun wieder mich selber und konnte nach und nach zulegen, im Bewusstsein, auf der guten 15. Position zu sein. Vor mir in Reichweite der andere Schweizer Athlet, Adrien Briffod. Ich sah, wie er wie ich vor ein paar Minuten kämpfte und sichtlich Mühe bekundete. Ich schaffte es, näher und näher zu kommen, und dies motivierte mich natürlich entsprechend. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel hatte ich zu ihm aufgeschlossen, wartete aber nicht in seinem Windschatten, um mich etwas auszuruhen, sondern konnte in meinem Tempo direkt an ihm vorbeiziehen: geradewegs auf den 14. Schlussrang. Es war zwar nicht der erhoffte 10. Platz für Tokyo, aber wenigstens beinahe.

Ich bin glücklich und mir bewusst, dass ich einen grossen Schritt Richtung Tokyo 2020 gemacht habe.

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Andrea Salvisberg

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