Grand Final Cozumel

Eigentlich ist nach Olympia gleich wieder vor der WM doch ich habe mir schon in Rio etwas Zeit genommen, um herunterzufahren, und danach habe ich es auch geniessen können, wieder zurück in der Schweiz zu sein – am Schluss war es über eine Woche! Doch genau das brauchte ich, um überhaupt wieder motiviert an die WM in Cozumel zu fahren. Ich hatte einige schlechte Trainingseinheiten hinter mir, welche mein Trainer als Frauenzeiten bewertet hatte, und somit für mich nicht wirklich schnell waren. Doch zehn Tage vor dem Rennen lief alles wieder wie gewohnt. Ich erreichte wieder Top-Zeiten und fühlte mich wieder wie vor Rio.

Ich landete eine Woche vor dem Rennen in Mexiko und hatte so genug Zeit zum Akklimatisieren -was auch wirklich nötig war: 35 Grad Gluthitze und hohe Luftfeuchtigkeit, mir lief der Schweiss schon nur beim Rumstehen herunter.

Die Laufeinheiten waren immer nur kurze Shorts, bei den Radeinheiten war die eiskalte Wasserflasche schon nach 15min eine warme Brühe, und das Schwimmen war so anstrengend, da das Wasser nicht kühlte, sondern gleich noch wärmte…

Nach drei bis vier Tagen hatte ich leere Beine und morgens konnte ich fast nicht mehr aufstehen. Doch ging es schnell besser, und als ich am vierten Tag eine schnelle Einheit machte, war ich am nächsten Tag so gut drauf, dass ich dachte, die Hitze hätte nachgelassen. Ich hatte mich also als Schweizer Käse an die mexikanische Hitze angepasst, war dann auch entsprechend mehr braun als weiss!

Ich war schon lange nicht mehr vor einem Rennen so relaxed wie vor dieser WM in Cozumel. Olympia war vorbei und ich hatte mein Ziel erreicht, hier in Mexiko war ich, um etwas Ferien zu machen natürlich nicht!

Aber es fühlt sich etwas so an… Der Pontoon schaukelte behäbig über dem schön karibisch blauen Meer, und dahinter lag ein grosses Kreuzfahrtschiff vor Anker, und hier sollte ich in ein paar Minuten vollgas los schwimmen? Die Wettkampfstimmung war schnell da, ich atmete ein paar Mal tief durch, schaute links und rechts und ready war ich. Schwimmen kann ich ja gut

Wie gewohnt hatte ich einen Top-Start, schwamm mit den Ersten mit und war immer noch überrascht, wie schön das Wasser hier war. Ab und zu schwammen unten schön farbige Fische vorbei, und dann hatte es noch verschiedenartig, wunderschöne Wasserpflanzen, da kriegt man schnell Lust zum Tauchen. Aber nein, volle Pulle der Spitze nach. Ich kam hinter den ersten aus dem Wasser, sah die Gebrüder Brownlee an vorderster Front und wusste, nun musst du Dampf machen sonst ist der Schnellzug ohne dich weg! Als 13ter aus dem Wasser und in der Spitzengruppe waren wir 8 Athleten… also könnt ihr euch gut vorstellen, wie schnell ich in die Wechselzone gerannt bin, wie schnell ich den Helm und das Velo packte und losradelte! Es ging um Sekunden, und ich war gleich wieder einer der Letzten an der Gruppe.

Wie in jedem Rennen mit den Brownlees geben sie den Takt an und wir anderen Athleten versuchen auch etwas die Führung zu übernehmen, doch meistens sind sie im Wind und wir hinten im Windschatten am Leiden…

So kammen wir zu acht zurück von den 40km mit 90 Sekunden Vorsprung, und das meiste dank den Brownlees! Doch ich merkte die paar Tage mit Chillen und Feiern auf dem Rad und war erst mal Fladenbrot. Meine Beine waren müde und gekocht von der Hitze, also startet ich locker auf die 10km und liess gleich alle Athleten ziehen. Bei jeder Aidstation – so heissen die Stationen, wo man gekühltes Wasser bekommt – nahm ich gleich zwei Flaschen und leerte sie über den Kopf und den Körper und nahm dabei immer kleine Schlücke… es war schön!! Neun Aidstation’s pro 2.5km, das war viel Wasser!

In der 2ten Runde fand ich dann plötzlich einen weiteren Gang und fing an, wieder Athleten von meiner Gruppe aufzuholen. Während die Gruppe um Murray/Mola auf mich auflief, konnte ich immer ein paar Minuten mit den Jungs mitlaufen und hatte so einen guten Zug vor mir. Es lief so gut, dass ich im Ziel die Hälfte der Spitzengruppe wieder eingeholt hatte und als 12ter ins Ziel lief. Natürlich total happy, nie im Leben hätte ich mir erträumt, nach Olympia noch als 12ter am Grand Final einzulaufen. Somit konnte ich das Jahr als 22ter beenden und schaue auf die beste Saison in meiner Karriere zurück! Und dazu gab es etwas Sackgeld für die Ferien in Cancun und in New York

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