Grand Final Edmonton 2014

Der Final der World Triathlon Series ist immer etwas ganz Besonders. Wie auch schon in den Jahren zuvor ist eine grosse und beeindruckende Stadt Gastgeber des Triathlon-Finals. Dieses Jahr ist es Edmonton in Kanada. Mit über 800`000 Einwohnern ist Edmonton die fünftgrösste Stadt Kanadas, gemessen an den 638 qkm Wohnfläche sogar eine der grössten Städte Nordamerikas. Das Klima ist ähnlich wie in der Schweiz.

Ich war zum ersten Mal in Kanada und freundete mich gleich am ersten Tag mit der „Mehrheit“ der Bevölkerung an. Die meisten Kanadier waren mehr als freundlich und hilfsbereit. Sie boten immer gleich ihre Hilfe an, sobald ich irgendwie fragend aus der Wäsche guckte oder nicht mehr weiter wusste. So vergingen die paar Tage vor dem Rennen im Nu und ich war nicht einen Moment nervös fürs Rennen am Sonntag. Ab Dienstag hatte ich Zeit, die Stadt, die Strecke und die Umgebung von Edmonton kennenzulernen. Es gab viel zu entdecken… So fuhr ich das erste Mal mit meinem Rad noch mühsam mitten im Verkehr am Strassenrand entlang, bis ich einen wunderschönen, aber etwas engen Veloweg am Fluss entdeckte. Durch zwei Radfahrer erfuhr ich etwas später, dass dieser Weg total über 80km lang sei und man da locker eine gemütliche Tagesausfahrt machen könne.

Fürs Schwimmen wurde uns Triathleten extra eine ganze Schwimmhalle reserviert, mit über 10 Bahnen hatten wir also genügend Platz. Das Laufen ging ganz locker auf Naturwegen, 1km von unserem Hotel entfernt. Das Hotel war also bestens geeignet für die Wettkampfvorbereitung.

Schliesslich war der Renntag dann doch schon vor der Tür und ich spürte die Spannung steigen. Ich wusste, dass ich wieder eine gute Leistung im Schwimmen zeigen musste, denn die Brownlees würden auch dieses Mal auf dem Rad nicht locker fahren, und vielleicht könnte ich es dann wieder einmal in die Spitzengruppe schaffen. “Ich will also unbedingt dort dabei sein…” waren meine Gedanken vor dem Wettkampf.

Die Vorbereitungen für das Grand Final waren perfekt und ich fühlte mich sehr gut. Als ich die Wechselzone eingerichtet und meinen Neopren angezogen hatte, realisierte ich erst, wie viele Zuschauer sich hier für die Weltmeisterschaft interessieren. Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz besetzt, und alle feierten bereits vor dem Rennen jeden einzelnen Athleten. Als ich den Pontoon erreichte, war die Spannung auf dem Höhepunkt. Ich sah rund um den See kein unbesetztes Stück Land mehr, es war übersät mit Zuschauern, die gespannt ihre Blick auf uns 76 Triathleten richteten und sich auf das Triathlon-Spektakel des Jahres freuten.

Das Schwimmen verlief sehr gut. Mit einer Glanzleistung schaffte ich es, wieder mit der Spitze aus dem Wasser zu kommen. Als 7ter stieg ich aufs Rad und gab Vollgas, um mit der Spitzengruppe mitfahren zu können. Ich wusste, dass jede Sekunde zählte; ich wollte unbedingt mit Vorsprung aufs Laufen wechseln. Unsere Gruppe arbeitete zu Beginn noch sehr gut, doch die Verfolger waren ebenso stark und holten uns leider nach 30km ein. Meine Enttäuschung war gross, so gross, dass ich sogar verpasste, wie Alistair Brownlee und zwei andere Athleten attackierten. Bis zum Wechsel aufs Laufen holten die drei über eine Minute Vorsprung heraus. Dies hätte mein Top 20 werden können, doch ich war zur falschen Zeit am hintersten Teil der Gruppe, obwohl ich doch fast die ganze Zeit über an der Spitze präsent gewesen war.

So gab ich auf dem Laufen alles, was noch in mir steckte, und erreichte mit Müh und Not noch den 35. Platz. Gar kein schlechtes Resultat, wenn man bedenkt, dass absolut alle Top-Triathleten am Start waren. Trotzdem habe ich mein Ziel – ein Top 20 Rangierung – leider klar verpasst.

In 4 Wochen habe ich nochmals die Chance, weitere Olympia-Punkte am Weltcup in Alanya, Türkei, zu sammeln.

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