Ironman 70.3 Shanghai. Zweimal durch die Hölle - aus Freude?

"nun nehme ich mehr vom Tropical Isostar Getränk und benutze mehr Gels auf dem Laufen!"

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In den letzten zwei Wochenenden wagte ich den Schritt über die Langdistanz. Ein 70.3 half Ironman besteht aus 1.9km Schwimmen, 90km Velofahren und zum Abschluss 21km Laufen. Wenn ich vor ein paar Wochen diese Zahlen angeschaut hatte, dachte ich, dass ich das doch ohne Problem mache. Manchmal trainiere ich so viel ja an einem Tag in einem gewöhnlichen Training. Aber ich kann euch sagen, es war alles andere als easy, gerade diese letzten paar Kilometer beim Laufen ;)

Das erste Wochenende fand in Wenzhou, China, statt. Es war ein Testevent für ein ITU Langdistanz Rennen im nächsten Jahr. Hier konnte ich meine ersten Erfahrungen über die Langdistanz sammeln. Das Rennen ist ganz etwas anders, als ich mir von der Kurzdistanz her gewöhnt bin. Gerade das Laufen! Es ist viel langsamer und es geht eigentlich mehr ums Überleben ;) und auch die Ernährung spielt eine viel grössere Rolle. So machte ich die Erfahrung in Wenzhou, dass ich auf jeden Fall mehr Gels im Laufen zu mir nehmen muss. Ich war mit einem tollen Speed auf den ersten 8 Kilometern unterwegs, ohne gross zu pushen. Aber dann plötzlich war mein tolles Gefühl weg und ich wurde sofort langsamer! Von etwa einer 3:30 Pace (3min30 für 1km) zu 4:30 - und da habe ich bemerkt, dass ich vor 2km einen Gel hätte nehmen müssen, nur ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät! Ich erholte mich nicht mehr und versuchte, mich so gut wie möglich noch ins Ziel zu retten. Zwei Pro Athleten holten mich ein und ich schaffte es gerade noch, mich als 3ter ins Ziel zu retten. Ich hatte so viel Schmerzen am ganzen Körper. Die Beine schmerzten von der ganzen Anstrengung und der Oberkörper von dieser schwierigen Aeroposition... aber ich war überaus happy, und ein solches Rennen zu beenden machte mich stolz! Auf meinen letzten 5km Laufen sagte ich zu mir; „wieso mache ich überhaupt so ein hartes Rennen! Nie wieder.“ Jedoch tönte dies im Ziel dann wieder ganz anders; „Geilo, ich bin ready für den nächsten halb Ironman in 7 Tagen.“ :P

Ich war in den nächsten Tagen extrem müde und machte nur kurze Einheiten, um meinen Körper zu erholen. So ging ich 20min locker joggen, machte etwas längere Schwimmeinheiten und fuhr mit 100watt 60min mit dem Rad. Es war extrem spannend zu sehen, wie schnell sich mein Körper erholt hat. Schon nach dem ersten Tag konnte ich wieder ganz normal gehen. Essen und Schlafen gehörten auch zu meinem Recoveryplan. Gerade in der ersten Nacht habe ich 12h geschlafen, und jeden Morgen bin ich wohl mit einem Hungerast aufgewacht. So stresste ich immer zum Morgenbuffet hinunter und schlug mir den Magen voll. Ich kann euch sagen, essen in so einem Zustand ist etwas vom Schönsten ;)

Nach ein paar Tagen war ich wieder topfit und bereitet mich auf das nächste Rennen vor, 70.3 Shanghai mit einem fundierteren Wissen ;) nun nehme ich mehr vom Tropical Isostar Getränk und benutze mehr Gels auf dem Laufen!

Wie erwartet führte ich das Schwimmen an und ging sogar mit Vorsprung aufs Rad. Ich wusste aber, dass ich auf dem Rad nicht alleine wegfahren konnte. So „wartete“ ich etwas und machte mich schon bereit, um auf den Zug aufzuspringen. Die 90km waren sehr hart und auch sehr schnell. Ich hatte einen Schnitt von 43km/h, und das spürte ich dann auch im Rücken und in den Oberschenkeln. Diese Aeroposition ist extrem anstrengend...

Umso glücklicher war ich dann auch, als ich das Rad deponieren konnte und die 21km Laufen in Angriff nahm. Wir waren 12 Pros, die zusammen das Laufen starteten. Es fühlte sich an wie ein ITU Rennen. Von Zeit zu Zeit fiel hinten immer wieder einer raus, bis wir nach 7km nur noch 6 Athleten waren. Bei den Top 6 gibts Preisgeld, also Vollgas, sagte ich mir! Ich schluckte meine Gels mit Wasser runter, obwohl ich überhaupt keinen Bock mehr auf dieses schleimige Zeug hatte.

Nach 13km passierte es wieder! Mein Körper fuhr runter und ich konnte einfach nichts dagegen machen. Vom leichtfüssigen Laufschritt begann ich scheinbar zu trödeln und nicht mehr vom Fleck zu kommen. Ich war „wieder“ am  Sterben und dachte schon ans Aufgeben. „8km vorem Finish, Kolleg, sicher nid“, sagte ich zu mir und drückte wieder aufs Gas. Die Schmerzen waren da und ich war hilflos. Bei der Ernährung passte alles, es war ganz einfach nur mein Körper, der noch nicht ready für diese Distanzen war....

es braucht viel Training für so ein hartes Rennen.

Ich wurde von 2-3 überrundeten Age Groupers überholt und lief wahrscheinlich um eine 5:00 Pace. Dann kam sogar auch noch der 7t Platzierte und schnappte mir die Top 6 weg. Ich hatte keine Chance, um anzuhängen.

I stoppte 5km vor Schluss beim Verpflegungsposten und kippte mir 3 Becher eiskaltes Cola rein. Holy Moly tat das gut!! Ich war gleich wieder 100% da und schaffte es, mein Tempo zu erhöhen. Jedoch nicht zu schnell, denn ich hatte mit Oberschenkelkrämpfe zu kämpfen. 2km vor Schluss nochmals 2 Becher Cola und ab ins Ziel. Endlich geschafft, im Ziel war ich sowas von erleichtert. Ein 7. Platz mit einer Zeit von 3h53min10sec, ich kann zufrieden sein!

Mit Schmerzen am ganzen Körper humpelte ich zu einem Stuhl und chillte mal einige Minuten. Und wie letzte Woche, ich war happy! Und das ist es auch, was ich am Triathlon liebe. Jedes Rennen ist eine Challenge, und jede erfolgreich überstandene Challenge macht einfach Freude. Aber es gibt noch viel zu tun, wenn ich auf dieser Distanz auch erfolgreich sein will. Durch diese zwei Rennen in China bringe ich einige wichtige Erfahrung nach Hause. Ich weiss, was es braucht! Und auch, wie schön wir es in der Schweiz haben ;) so schön wieder zu Hause zu sein.

 

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