Silber! Glasgow European Championships 2018

Was für ein hartes Wochenende in Schottland!

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Am Freitag eine olympische Distanz, 1.5km Schwimmen in unter 17 Minuten, 40km hügelige Veloparcours in einem Höllentempo und schliesslich der 10km Lauf mit müden Beinen, wiederum hügelig und in unter 33 Minuten. An sich gute Zeiten, aber leider hatte ich es nach dem Schwimmen nicht geschafft, mich in der Spitzengruppe zu positionieren – es hatten nur ein paar wenige Sekunden gefehlt.  

Ich hatte einen guten Start erwischt, aber um die erste Boje ging es schon ziemlich heftig zur Sache, ich verlor einige wichtige Plätze. Normalerweise kein Problem, da ich jeweils schnelle Wechsel aufs Parkett legen kann – aber nicht dieses Mal, da ich im Stress beim Aussteigen aus dem Neo patzte. Eine zweite Chance wäre gewesen, auf dem Velo an Martin van Riel dranzubleiben. Was aufwärts mit äusserster Anstrengung noch gelang, war direkt nach dem U-Turn innerhalb kürzester Zeit Wunschdenken: ich konnte nicht schnell genug umschalten und weg war er! Langsam sah ich ihn näher und näher der Spitzengruppe kommen und schliesslich verschwinden, und ich wurde von der Verfolgergruppe mit all den guten Läufern geschluckt. Zuerst war ich sauer über mich selber, weil ich den Anschluss trotz aller Anstrengung doch nicht geschafft hatte, aber nicht lange, das ständige Auf und Ab erforderte meine volle Konzentration und ich hatte meine liebe Mühe, mit meinen schweren Beinen dranzubleiben.

Nach vier Runden hatte ich mich so weit erholt, dass ich wieder Ablösungen vorne fahren konnte. Die Jungs in unserer Gruppe hatten gut gearbeitet und den Abstand in Grenzen gehalten: vor uns die Spitzengruppe mit 1:17 Vorsprung, hinter uns die dritte Gruppe mit 1:20 Abstand. Für mich eine Ausgangslage, in der ich noch ein gutes Resultat erreichen konnte. Während Alarza und Geens davonzogen, versuchte ich mein optimales Tempo für die vor mir liegenden 10 Kilometer zu finden. Einerseits fühlte ich die Müdigkeit meines Körpers, aber andererseits machte sich das Bretts Training in St. Moritz bezahlt – ich konnte die Frequenz hoch halten und hatte genug Ausdauer, bis zum Schluss durchzuziehen.

Ich beendete das Rennen auf dem 12. Platz – glücklich, trotz der verpassten Spitzengruppe schliesslich ein anständiges Schlussresultat „errannt“ zu haben. Zwar keine Medaille oder ein Top Ten, aber was zählt, ist an einem schlechten Tag alles geben zu können, und das ist mir hier gelungen.

Am nächsten Tag war der Team Wettkampf, für uns alle ein riesiger Aufsteller.

Aber schön der Reihe nach: Wir glaubten daran, ein Podestplatz holen zu können, wenn alles nach Wunsch verlaufen würde… 

Lisa übergab mit auf einem guten 6. Platz, und ich konnte im Schwimmen einige Athleten vor mir einsammeln: Spanien und Ungarn zuerst, und kurz vor dem Ausstieg noch Portugal.

Zusammen jagten wir Frankreich und Belgien, was uns schliesslich gelang. Es war für mich wichtig, mit den ausgezeichneten Läufern LeCorre, Alarza, Silva und Gens gemeinsam auf die 1500m zu gehen: Ich durfte keine Sekunde vergeuden und musste den Abstand für die Übergabe an Nicola möglichst klein halten. Und so sprang ich als Erster vom Rad und rannte los. Gejagt von einigen der besten Läufer – es war so schmerzhaft!

300m Schwimmen all out, aufs Velo für sieben Kilometer auch all out und dann noch diese Laufstrecke. Ich verlor nur 18 Sekunden auf den führenden Spanier Alarza, erlöste Nicola per Handschlag und sank völlig ko und nach Atem ringend zu Boden.

Wie erleichtert war ich, Nicola durch das Feld fliegen zu sehen, Spanien, Frankreich, Belgien und Ungarn hinter sich lassend. Unsere Medaillenchancen wurden real: Silvain liess nichts mehr anbrennen und holte Silber für die Schweiz hinter dem Weltmeister Frankreich. Wir waren alle überwältigt.

Toll, die Europameisterschaften so beenden zu können – Vive la Suisse!

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