Triathlon Europameisterschaft Lissabon

Ich kann es selber noch nicht richtig glauben, aber ja, ich habe Bronze an den Europameisterschaften 2016 in Lissabon geholt.

Ich hatte fünf Wochen Zeit, um mich nach Cape Town für die EM vorzubereiten, und in dieser Zeit wurde richtig hart gearbeitet! Ich brachte mich von Woche zu Woche besser in Form und wusste entsprechend: …an der EM kann was gehen. Nach einem 15. und einem 10. Rang sagte ich mir, dass das so weitergehen könne: also Top 5

Als ich auf dem Pontoon stand, kam wie üblich eine Art von Lampenfieber oder Nervosität auf: man ist hellwach, aufs Äusserste gespannt und voller Erwartungen: Ich hatte mir ein grosses Ziel gesetzt und musste dies nun in einem sehr starken Feld beweisen. Die Ungewissheit wurde ein paar Sekunden später aber schon in Power umgewandelt, und ich schaufelte mich wie immer mit voller Kraft an meinen Gegner vorbei und war bald vorne an der Spitze. In der ersten 3 Schwimmpositionen um die Boje zu schwimmen, ist immer super, so muss man sich nicht mit anderen Athleten prügeln und hat schön Platz. Doch wurde hart geschwommen, und ich musste schon in den 1.5km oft an mein Limit.

Ich verliess das Wasser unter den ersten Athleten und war gleich von Beginn weg in der Spitzengruppe. Es blieb keine Zeit zum Verschnaufen, denn auf dem Rad wurde auch sofort gepusht. Wir alle wussten, dass Sekunden hinter uns all die guten Läufer aus dem Wasser stiegen, da mussten wir ein Loch aufreissen können.

Dank einer sehr guten Zusammenarbeit der Gruppe konnten wir den Vorsprung von 20 Sekunden bis auf über eine Minute erhöhen. Vor dem Wechsel aufs Laufen wurde mir bewusst, dass ich das hochgesteckte Ziel heute erreich könnte! Klar waren immer noch Top-Läufer in unserer Gruppe, jedoch war ich mir meiner guten Form bewusst und erwartete gute Beine.

Mit einem spitzen Wechsel und einem tobenden Stadion im Hintergrund nahm ich die 10 Kilometer in Angriff. Ich war zwar müde vom harten Radfahren, konnte aber einen guten Speed gleichmässig durchziehen. Vom Stadion aus ging es etwas bergauf, die Beine schmerzten und ich musste richtig beissen. Nach den ersten Kilometern hatte mich der Spanier Gomez und der Russe überholt, doch klebten mir noch einige Jungs dicht an den Fersen, und 10 Kilometer sind eine lange Strecke. Ich kämpfte mich von Runde zu Runde weiter, aber konnte die Verfolger nicht abschütteln. Ich war immer noch auf Medaillenkurs, doch die Müdigkeit in den Beinen akzentuierte sich. Auf der letzten Runde kam ich aus dem tobenden Stadion in die stille Sonne gelaufen und arbeitete mich mühsam die Steigung hoch, im Nacken den Atem des Spaniers dicht auf meinen Fersen. Ich war etwas unkonzentriert und dachte zu oft an den Verlust der Medaille, und das ewige bergauf machte einem nicht leichter. Beim U-Turn noch 1.5km ins Ziel, leicht abwärts, schaffe ich das?

Ich sehe meine Gegner, den Spanier, den Russen, den Italiener und die zwei Portugiesen direkt hinter mir, bereit, mir die Show zu stehlen. Genau da habe ich entschieden: heute holst du diesen geilen Plämpel! Ich ziehe die Arme zu mir, mache mich kompakt, wechsle auf den Vorfuss, jauchze den Drachenschrei und flie davon. Bergab ergib dies ein höllisches Tempo, so ist plötzlich niemand mehr zu hören und ich laufe mit einem guten Vorsprung ins Stadion ein. Erst da ist mir bewusst, du wirst Bronze an einer EM holen. Ich höre meinen Namen, sehe all die Zuschauer toben, die Swiss Triathlon Staff jubeln, bereit, mich abzuklatschen. In dieser Halle ist das der reine Wahnsinn, und ich habe mir die Zeit, es zu geniessen, hart erkauft.

Zuckend von Krämpfen im Oberschenkel falle ich im Ziel auf die Knie und bin total erschöpft, doch das grosse Lachen bleibt. Das Rennen ist perfekt aufgegangen!

Dank meiner Taktik hat es mir auf das Podium gereicht, hinter mir sind die Athleten im Sekundentakt eingerasselt. Ein Erlebnis, das ich nie mehr vergessen werde!

Danke euch allen, ihr, die so lange schon an mich geglaubt habt!!

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