World Triathlon Serie London

Am Freitagmittag flog ich für ein verlängertes Weekend nach London. Ja es stand ein weiteres WTS Rennen auf dem Plan. Ich fühlte mich fit und hatte in den letzten Tagen gute Trainingseinheiten absolviert. Doch bevor mein Flieger nach London abhob, konnte ich am Donnerstag noch bei Monika Gfeller für 90 Minuten in die Massage und liess meine Beine „reseten“. Angekommen in London, fand dann am Freitagnachmittag das Briefing statt. Den ganzen Samstag konnte ich dann nutzen um zu trainieren und mich auf den Wettkampf vorzubereiten. Dazu musste ich in London natürlich auch ganz kurz auf die Shopping-Tour gehen, meinen Gedanken etwas freien Lauf lassen ;). In London gibt es immer tolle Sachen zu finden, diesmal erwischte ich ein cooles T-Shirt mit Chewbacca drauf, der gerade eine Kaugummi-Blase macht.

Am Sonntag war dann schon mein Raceday. Ich war nicht nervös und hatte ein gutes Gefühl im Bauch. Doch Druck war da! Nach dem eher schlechten Abschneiden in Yokohama, wollte ich wieder einen guten Wettkampf absolvieren und entsprechende Punkte für die Olympia-Quali holen. Mein Ziel war ein Top 24 – dann hätte ich schon den ersten Teil der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janerio erreicht.

Das Einrichten der Wechselzone war super. Es hatte geregnet und ich erwartete nicht wirklich viele Zuschauer. Doch da waren schon sehr viele Zuschauer auf den Plätzen. Fast die ganze Tribüne war mit Triathlon-Fans besetzt. Ich konnte es fast nicht glauben und freute mich schon riesig auf das Rennen. Es begann auch so schnell, wie der Regen in London aufhörte.

Ich stand auf dem Pontoon, Nummer 31 und das Pochen kommt aus den Lautsprecher. Mit jeder Sekunde wird das Pochen von meinem Herz lauter, bis ich nur noch meinen Atem und den Herzschlag höre. Und dann das Horn. „Let’s hit it, be faster than the others“, hörte ich mich sagen.

Beim Start flog an meinen Gegner vorbei. Gleitete über das Wassser und positionierte mich sofort bei einem schnellen Schwimmer. Es lief wie geschmiert, ich musste nicht voll Pulle schwimmen und hielt die äussere Position der ersten Schwimmer. Ich musste bei der ersten Boje einen etwas längeren Weg schwimmen, doch dafür musste ich niemanden versenken und kam dem Getümmel um die Boje zum Glück davon.

So verliess ich das Wasser in einer guten Position und hatte noch viel Energie um auf dem Rad gleich Druck zu machen. Alistair Brownlee und ich drückten auf dem Rad gleich in die Pedale. Wie immer fuhr er wie ein Wilder und so konnten wir die kleine Spitzengruppe vor uns innert Sekunden aufholen. Bei dieser Aufholjagt war ich im Windschatten bei Brownlee…. Ich musste dabei am Anschlag fahren. Bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio muss ich noch viele Kilometer auf dem Rad absolvieren.

Nach dem Zusammenschluss hielt ich mich in der Spitzengruppe zurück und machte nur 5-6 Ablösungen. Die ganze Gruppe wechselte gut ab und jeder übernahm mal kurz die Führung. Nach 20km Rad war ich bereit fürs Laufen, bereit alles zu geben. Ich sagte mir; „auf ins Finale“. Platzierte mich langsam an der Spitze und konnte mit der letzten Ablösung gleich als Erster in die Wechselzone einfahren. Ich sprang vom Rad und spürte endlich wieder dieses Gefühl der vollen Power in den Beinen. Ich startet das Laufen mit einem Donnern der Zuschauer und lief mit Speed und Leichtigkeit die ersten Meter los. Liess dann etwas locker, damit ich mich etwas erholen konnte und mich gut positionieren konnte. So schaffte ich es, bis zu den letzten 300m in den Top 15 zu bleiben. Doch hinter mir hörte ich „Go Mola“ rufen und wusste nun dass es einen Kampf geben wird. Ich sagte mir, lass mal schauen wie schnell die Nummer 1 der Welt sprinten kann! Also bereitete ich mich vor, lief im direkt im Windschatten hinterher und wartet verzweifelt auf die letzten Meter. Es war so hart zu warten, doch ich durfte nicht zu früh sprinten. So ging es mit High Speed auf den Blauen Teppich und ich drückte den Turbo rein…wie ich es im GP in Bern gemacht habe. Doch dort war es gegen einen Spitzensportler und hier sprintete ich gegen den Top Athleten Mario Mola. Wir blieben für 50 Meter Kopf an Kopf, da drückte ich noch einen Gang höher und stürzte dabei fast. Meine Beine waren zu müde. Doch in diesem Moment gibt Mola nach und ich ziehe an ihm vorbei ins Ziel. Was für ein Sieg für mich, obwohl es „nur“ ein 13ter Platz war. Nun stimmt die Form für die European Games in Baku in zwei Wochen mal schauen was da möglich ist.

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