WTS Yokohama

Yokohama; 30min von Tokyo entfernt, eine bunte Skyline, ein grosser Hafen mit gigantischen Fähren, Frachtern und Hochhäusern im Hintergrund. Hier in dieser Weltstadt inmitten Japan, fand der dritte Triathlon der Weltmeisterschaftsserie statt.

Der Triathlon in Yokohama ist für mich schon seit längerer Zeit ein positiv besetzter Begriff. Denn hier bestritt ich bereits im Jahr 2009 meinen ersten grossen internationalen Wettkampf mit der Elite – ein 24ter Rang war für mich ein Highlight.

Nach einer Reise von 24h traf ich fünf Tage vor dem Rennen in Japan ein, war ermüdet und stellte erleichtert fest, dass es in Japan nicht immer 30° Grad sein muss. Die Luft war einigermassen frisch und die Temperatur bei 20° Grad. Dazu war das Hotel 1A, die Serviceleute super nett und das japanische Essen natürlich Spitze! Ich war durchaus happy und die Zeit verging bis zum Renntag im Flug.

Schon stand ich auf dem Pontoon und war bereit, wie immer mein Bestes zu geben. Ich fühlte mich dementsprechend gut und wusste, dass es heute mindestens ein Top 20 geben konnte – die Erwartungen waren hoch.

Nach dem „Athletes, take your marks“ ertönte das Starthorn, und ich stürzte mich mit 70 andern Athleten in die Fluten. Zug um Zug drücke ich mich vorwärts und spüre, dass sich seit dem letzten Rennen etwas geändert hatte. Ich habe mein Moijo back, dachte ich mir nur und schaltet gleich noch einen weiteren Gang hoch. Bei der ersten Boje ging’s schon mit der Pöbelei los, drei Jungs stritten sich um den möglichst kürzesten Weg um die Boje, während ich gemütlich um sie herum schwamm und den Platz vor ihnen einnahm…das muss ich wahrscheinlich von meinen Brüdern gelernt haben;). Ich merkte bald, dass ich in der Spitzengruppe war und entstieg dem Wasser auch unter den 16 Besten. Vier Wochen hartes Schwimmen im Schwimmclub Burgdorf mit den beiden Martins hat mich wieder auf mein altes Schwimmlevel gebracht.

Grosses Merci an meine Trainingspartner.

Der Wechsel aufs Rad verlief wie immer mit dem Gutmachen einiger Plätze, schon war ich in den ersten 10 und sorgte mit den Brownlees, mit Gomez und Royle für Tempo in der Spitzengruppe. Wir waren 16 Leute und hatten nach einer Runde schon 30sec Vorsprung, wenn das so weiterging, würde ich mit einem guten Vorsprung aufs Laufen starten. Doch wenn man sich so schöne Bilder und Geschichten ausmalt, geschieht es meistens ganz anders. So sehe ich beim dritten U-Turn den Neuseeländer Tom Davison an der Spitze der Verfolgergruppe und hinter ihm eine richtig lange Schlange von Radfahrern. Ich wusste sofort, jetzt wird’s brenzlig. So dauerte es nicht lange, bis aus der Spitzengruppe eine 35-köpfige Riesengruppe wurde.

Ich liess mich nicht stressen und vertraute auf meinen Körper, ich wusste, ich konnte schnell laufen und da hinderte mich auch der Zusammenschluss nicht an einem Top 20.

Ein Runde vor dem Wechsel nahm ich den neuen neutralen Isostar Gel ein und fühlte gleich die Power.

Ich stellte das Rad hin, jumpte in meine Brooks-Schuhe und flitze schon davon. Mein einziger Gedanke war nur WOW. Die Beine liefen von alleine und ich flog Gomez hinterher. Ich wusste, dass das Tempo von Gomez noch nicht mein Level war, doch etwas TV time konnte nie schaden. Schon nach 200m kam Alistair mit einem Höllentempo und zog gleich an uns vorbei. Gomez stürmte natürlich hinterher und ich lachte und liess die Spinner ziehen. Bald fand ich meinen Rhythmus und auch eine Gruppe mit einem Italiener, Engländer und Japaner. Zu viert zogen wir dem Ziel entgegen. Natürlich stellte ich mir schon vor, wie ich jeden der einzelnen bis ins Ziel schlagen konnte. Der Japaner lief wie ein Panzer und hörte sich sehr schwerfällig an. Doch der würde bis zum Umfallen kämpfen, dies war sein Heimrennen, und wir wissen alle, wie stolz die Japaner sein können. Die anderen beiden waren sehr junge Athleten und sicher auch stark im Schluss-Sprint. Ich musste mir spontan was einfallen lassen. Natürlich standen meine Sterne wieder gut; im ganzen Feld gab es nur eine Penalty, und genau diese betraf den Engländer. In der letzten Runde ging er für 15sec auf die Bank und genau dort setzte ich mich an die Spitze und erhöhte das Tempo. Einer weniger.

Nur noch 2km und ich liess den Italiener führen und wartet auf ein Schwächezeichen von ihm, der Japaner war immer noch da, doch sein Keuchen und die schweren Schritte motivierten mich mehr, als dass es mir Angst gemacht hätte. Dann der gravierende Fehler des Italieners, greift er doch noch 1km vor Schluss zu einer Flasche Wasser und kühlt sich unter dem Wasser, während ich mit einem Sprint an ihm vorbeiziehe und gut 50m Vorsprung holen kann. Diese Lücke vermochte er nicht mehr zu schliessen und ich schaffte es mit einem guten Tempo ins Ziel. Wie erwartet übersprintete der Japaner noch den Italiener und kam bis auf eine Sekunde an mich heran.

Ein Top 10 an einem WTS Rennen und sogar noch wichtige Punkte für die Olympia Qualifikation in Rio 2016 – es war mein Tag, ich bin unglaublich stolz auf mich.

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