World Cup Cartagena

Andrea Salvisberg

Als letztes Rennen des Jahres war mein Ziel, am Weltcup in Kolumbien noch einmal alles zu geben. Ich wusste, ich hatte dieses Jahr schon über 15 Triathlons in den Beinen und war sicher nicht mehr top fit. Doch meine Laufleistungen waren immer noch gut und ich fühlte mich bestens.

Kolumbien, da kamen mir vor der Anreise vor allem Drogen-Geschichten und die Gangsters in den Sinn. Natürlich ist die Realität ganz anders. Nach einigen Stunden im Land ist mir aufgefallen, dass die Bevölkerung ganz normal und eigentlich ausgesprochen freundlich ist, wie überall in Südamerika. Abends, als ich noch meinen „easy run“ abspult habe, wollen mir zwar einige zwielichtige Gestalten etwas verkaufen, ich sage aber nur freundlich und nicht ganz akzentfrei: „Ah no, muchas gracias“ und laufe weiter – no problem. Die Temperaturen in Kolumbien sind trotz der Dunkelheit um acht Uhr immer noch sehr hoch, und ich habe meine liebe Mühe damit. Mitten in der Stadt ist es mir dann etwas gar schmutzig vom Müll und den kaputten Strassen, aber ich versuche mich nicht allzu fest ablenken zu lassen und suche mir einen schönen Weg zurück ins Hotel – auch das wieder völlig problemlos, muy bien.

Der Rennstart ist schon um 10:30 Uhr morgens. Diese Startzeit ist für einen Triathlon eher früh, aber perfekt für mich. Denn so kann ich ein kleines Frühstück zu mir nehmen und bin dann bald bereit für den Start. Die Vorbereitung aufs Rennen läuft wie am Schnürchen. Ich packe meine Schuhe, meinen Triathlon-Dress und Isostar Gels ein und registriere mich bei der Anmeldung, was mir den Zutritt zur „Athletes Lounge“ ermöglicht. In der Wechselzone richte ich meinen Platz ein, ziehe den Chip und die Badekappe an und mache mich zum Aufwärmen breit. Nach dem Einschwimmen stehe ich bereit am Strand zum Start des Triathlons. Der kleine Pontoon mit sehr vielen Athleten ist dieses Mal direkt auf dem Strand. Es wird also einen weiteren Fight im Wasser um die erste Boje geben.

Zum Glück bin ich wieder mal top im Schwimmen und merke schon nach drei Zügen, dass ich heute mit den Ersten aus dem Wasser kommen werde. Ich ziehe als 3ter um die erste Boje und halte diese Position bis zum Schluss. Dieses Jahr ist es mir erst richtig bewusst geworden, was für ein Privileg es ist, die Möglichkeit zu haben, immer mit der Spitze aus dem Wasser zu kommen.

Richard Varga aus der Slowakei verlässt als Erster das Wasser, hinter mir Pierre le Core und Luis Knabl. Schon allein wir vier zusammen sind schnell auf dem Rad. „Gibt es eine Möglichkeit mit einer Gruppe auszureissen?“ „Wer ist noch alles mit mir aus dem Wasser gekommen?“ sind meine ersten Gedanken, als ich in der Wechselzone komme. Kurz nach der Wechselzone schliessen Sven Riederer und der velostarke Brasilianer Reinaldo Colucci zu unserer Gruppe auf. Dieses Mal muss es klappen, mit der Spitzen-Gruppe im Radfahren davon zu kommen.

Schliesslich fahren wir auf eine kleine Verfolger-Gruppe über 1 Minute und auf das Hauptfeld sogar 3 Minuten heraus. Was für ein toller Vorsprung! Angekommen zum Wechsel aufs Laufen, starte ich den 10km Lauf wie so oft in den letzen Jahren an erster Stelle und fühle mich super. Doch schon nach 1km spüre ich die Schwäche in den Beinen und ich muss mich von der 5er Spitzengruppe zurück fallen lassen. Aii, das tut weh, und zwar nicht nur in den Beinen. Doch nun ist es eben Triathlon und ich habe schon eine lange Saison hinter mir. Ich habe alles gegeben und laufe noch mit dem Mexikaner auf die Ziellinie zu und versuche, ihm den 9ten Platz abzunehmen. Am Ende meiner Kräfte muss mich mit dem 10ten Platz zufrieden geben. Aber hallo, hätte ich vor dem Rennen das Angebot eines Top 10 Platzes erhalten, ich hätte es unterschreiben. Ich bin dann auch happy im Ziel. Zusammen mit Luis Knabel, der direkt hinter mir ins Ziel kommt, können wir auf der Ziellinie noch richtig feiern. Na ja, ein kleines bisschen nur…

Es war ein toller Abschluss der Saison und ich habe mit diesem Resultat sogar im Olympia Ranking den Platz 25 erreicht. Somit muss ich nächstes Jahr sicher nicht auf die Punkte-Jagd gehen und kann mal richtig Trainieren und mich auf zwei bis drei richtig grosse Triathlons vorzubereiten.

Bis nächstes Jahr!

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