Worldcup New Plymouth

Andrea Salvisberg: Nach dem für mich enttäuschenden Rennen in Mooloolaba ging das Training am nächsten Tag gleich weiter. Vorher aber noch ein gutes Abendessen und eine gebührliche Feier von Svens Bronze-Medaille à la Salvisberg Bros in einem gechillten Surferclub. Nach solch harten Wochen ist es wichtig, auch mal den Kopf richtig durchzulüften zu können und abzuschalten.

Am nächsten Morgen war im Hotel um 9 Uhr schon wieder Pancake-Essen angesagt. Wir würden viel Energie für die drei stündige Veloausfahrt an der Sunshine-Coast entlang brauchen. Nach zwei optimalen Trainingstagen mit je 8h Umfang flogen wir am Dienstag weiter Richtung Auckland. Am Sonntag stand schon das nächste harte Rennen auf dem Plan, New Plymouth. Anders als in Mooloolaba waren mehrere Olympia-Athleten auf der Starliste, es würde also um einiges härter werden. Doch das kümmerte Sven und mich weniger. Denn sobald wir in Neuseeland Fuss gefasst hatten, fühlten wir uns gleich wie zu Hause. „Wow, die Luft ist aber angenehm.“, „Schau dir mal all die Kühe und Schafe an.“, „Wahnsinn, wie grün das hier ist.“ und „Mann, die Milch ist lecker.“ waren nur ein paar der positiven Sprüche, die wir klopften. Einfach gesagt, es war einfach „sweet as bro“!

Genau so war es auch noch in den paar Trainingstagen, die wir bis vor dem Weekend hatten. Ich genoss sogar am Donnerstag noch eine zweistündige Veloausfahrt an den Puketi Gardens entlang, weil ich einfach nicht umkehren wollte.

Mit der Nummer 46 ging ich an den Start und war ein weiteres Mal bereit, alles zu geben. Doch schon nach 100m Sprint im Wasser schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Nach einer Rempelei und einem Schlag gegen den Kopf verlor ich im Wasser die Brille und musste kurz anhalten. Das Resultat war erschreckend, denn ein Blick nach hinten zeigte, dass ich die letzte Person im Feld war! So was ist mir noch nie passiert. Mein nächster Gedanke war, dass ich nun wohl Stunden im Kick-Boxen nehmen müsste. Doch der war auch so schnell verschwunden, wie er gekommen war. Ich drehte auf wie eine Furie und ballerte los, überschwamm, jeden der mir nur in die Nähe kam und versenkte sogar einen Mexikaner, der dachte, er könne mir den Weg vor der ersten Boje noch abschneiden – „Sorry, man“.

So kam ich weit hinten aus dem Wasser und war eigentlich chancenlos, um noch in die Spitzengruppe reinzufahren. Doch auf meinem immer noch anhaltenden „Adrenalin-Trip“ war mir alles egal, Hauptsache Drücken, damit die Kette ratscht. Nun hangelte ich mich von Gruppe zu Gruppe und war nach anderthalb Runden schon zuvorderst an der Spitze, total am Ende natürlich. Von den Konkurrenten, die mit mir aufs Rad stiegen, war keine Spur mehr. Ich war richtig froh, dass ich noch zwei Runden zum Erholen hatte.

Doch daraus wurde leider nichts, denn 50 Mann auf engen Strassen, das war der reinste Horror. An jeder engen Ecke krachte es, und mehrere Triathleten mussten zu Boden. Zweimal konnte ich haarscharf einen Sturz vermeiden, dabei half mir das Aufwachsen mit drei Brüdern: „…einfach dieEllbogen so weit wie möglich ausfahren und ein bisschen hin und her wanken“.

So schaffte ich es heil aufs Laufen und begann die 5km auch gleich mit einem super Wechsel – als dritter hinter Gomez. Das Gefühlt in den Beinen war top im Vergleich zur letzter Woche! Ich rannte und gab alles. Zum Glück nur 5km, flog es mir erleichtert auf den letzten Metern durch den Kopf. Ein zufriedenstellender 19ter Platz ist für heute in Ordnung, es ist ein hartes Rennen gewesen und einige der Top-Athleten sind hinter mir im Ziel gekommen. Noch einmal so in zwei Wochen am WTS in Auckland, und meine Übersee-Reise ist erfolgreich.

Sven und ich werden in den nächsten zwei Wochen mit der High Performance Group in Cambridge trainieren. Mit viel Schweiss und Schmerz bereiten wir uns auf das härteste der drei Rennen vor. Dort werden wir zum ersten Mal in dieser Saison den Brownlee Brüder gegenüber stehen, dies der Grund, warum es das härtest Rennen sein wird!

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